Corona und das agile Kindermanagement

NEW (HOME)WORK: Wie wir unseren Kindern eine bessere Aufgabenübersicht geben und dabei unsere Nerven schonen.

Es war der Freitag, der 13. März 2020, der unser Leben in Österreich verändert hatte. Alles, was sicher und stabil funktionierte – Arbeit, Schule, Kinderbetreuung, … – wurde innerhalb weniger Tage und Stunden umgekrempelt. Schule zu, Kindergarten zu, ab ins Homeoffice. Klingt nach Urlaub, ist es aber nicht.

Neben all den Unsicherheiten rund um das Virus und den Fragen, wie es weitergeht, standen viele Eltern (und Kinder) vor der Herausforderung, das Modul „Home-Schooling“ zu installieren. Für viele startete das Experiment „Agile Family“, galt es doch die vielen neuen Aufgaben zu planen und in die Alltagsgestaltung zu integrieren.

Nach ein paar Tagen waren dann auch die technischen Herausforderungen für die meisten Schüler unter Kontrolle und die Schulen lieferten Arbeitsstoff. Auf eine bislang überwiegend analoge Bildungswelt folgte ein digitales Upgrade. In kürzester Zeit wurden Portale wie Microsoft Teams & Co. eingeführt. Oftmals komplettes Neuland für Lehrpersonen, Schüler und auch Eltern. Jede Lehrperson mailte, chattete, zoomte über die unterschiedlichsten Kanäle die notwendigen Unterlagen durch, über private WhatsApp-Gruppen folgten Zusatzinformationen. Von einer strukturierten, digitalen Zusammenarbeit mit Übersicht war leider keine Rede.


Wie können also Eltern ihre Kinder bei der Organisation ihrer Aufgaben strukturell unterstützen, um einen transparenteren Überblick zu erhalten?

Eine sehr einfache und rasch umzusetzende Methode ist „KANBAN“. Es braucht dazu nur ein Board (großes Blatt Papier, Flipchart oder Pinnwand) und Klebezettel (Post-Its).

Schritt #1

Ein einfaches Kanban-Board soll vier Bereiche visualisieren:

+ WAS IST ZU TUN?

+ WAS MACHE ICH GERADE?

+ WAS SOLL ÜBERPRÜFT WERDEN?

+ WAS HABE ICH ERLEDIGT?

Diese vier Bereiche visualisiert ihr nun von links nach rechts auf einem Board (großes Blatt Papier, Flipchart oder Pinnwand) und hängt es irgendwo zentral im Zimmer auf.




Schritt #2

Als nächstes sammelt ihr mit eurem Kind alle Aufgaben, die es erledigen muss und schreibt jede einzelne Aufgabe gut leserlich auf ein Post-It. Post-Its haben den Vorteil, dass sie beweglich sind und so je nach Bedarf rasch verändert werden können.

Ihr könnt auch verschiedene Farben, Symbole oder Bilder für unterschiedliche Themengebiete (zum Beispiel Schulfächer) verwenden. Hier könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Lasst die Kinder bereits hier mitgestalten.

Klebt eure Aufgaben-Post-Its anschließend in die Spalte „Was ist zu tun?“.

Um es etwas detaillierter zu gestalten und einen Überblick pro Schulfach zu erhalten, ist es sinnvoll, pro Schulfach eine eigene Zeile (und auch Farbe der Post-Its) zu erstellen.



















Schritt #3

Nachdem ihr die zu erledigenden Aufgaben aufgelistet habt, beginnt die Abarbeitung. Das Kind schnappt sich ein Post-It, klebt es in die nächste Spalte („Was mache ich gerade?“) und startet mit der Umsetzung der Aufgabe.

Wichtig: es soll immer nur an einer Aufgabe gearbeitet werden.

Ist das Kind mit der Aufgabe fertig, so wird das Post-It in die entsprechende nächste Spalte verschoben. Je nachdem, ob die Eltern die Aufgabe noch überprüfen sollen oder ob sie bereits vollständig erledigt ist.

Mit dieser sehr einfachen Methode schafft man rasch einen Überblick über seinen Aufgaben-Dschungel und weiß ganz genau, was noch zu erledigen ist, bevor am nächsten Tag, neue Aufgaben dazukommen.

IDEE WOCHENPLAN: Dieses Kanban-Modell lässt sich natürlich auch als Wochenplan als Familien-Board abbilden. Macht euch dazu am besten einen fixen Termin in der Woche aus (zum Beispiel Samstag oder Sonntag), an dem ihr gemeinsam besprecht, was in der vergangenen Woche alles erledigt wurde, was gut funktionierte, was man besser machen könnte und was in der nächsten Woche alles ansteht. Gemeinsam reflektieren und einen Ausblick schaffen. Bei dieser Vorgehensweise können Kinder sehr gut integriert werden. Damit lassen sich auch einige Aufgaben im Haushalt spielerischer übertragen 😁.

Natürlich ließe sich das Ganze auch mit Hilfe einer Software abwickeln. Zum Starten und Kennenlernen empfehlen wir aber mal den „analogen Weg“ auszuprobieren.

FAZIT: Agile Arbeitsmethoden, die immer mehr in unseren Arbeitsalltag im Unternehmen einziehen, sind aktuell gefragter denn je. New Work, agiles Mindset, iteratives Anpassen, weniger Beharren auf starren Regeln, Vertrauen, Kommunizieren auf Augenhöhe … all das sind wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Durch diese Ausnahmesituation haben wir aktuell die große Chance, diese Methoden anzuwenden und zu trainieren. Auch unsere Kinder lernen dabei bereits in ihrem frühen Kindesalter praxisnahe Methoden, die ihnen später im Berufsleben helfen werden, größere Projekte und Aufgaben erfolgreich zu bewältigen.


punkt7 GmbH

Wir unterstützen und begleiten unsere Kunden auf dem Weg in die moderne, digitale Arbeitswelt. Solltet ihr für euer Unternehmen, die Einführung eines innovativen Arbeitsumfeldes und agiler Arbeitsmethoden planen – wir unterstützen euch dabei gerne. punktgenau, einfach & verständlich.


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